Bürokratieabbau: Sonderausschuss muss liefern
Der Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. (BIVO) Dr. Robert Momberg äußert sich zur heutigen Konstituierung des Sonderausschusses Bürokratieabbau im Landtag Brandenburg:
„Die Einsetzung des Sonderausschusses, um bürokratische Normen zu überprüfen und zu vereinfachen, wird von der regionalen Bauwirtschaft ausdrücklich begrüßt. Die heutige konstituierende Sitzung muss zugleich der Startschuss für eine praxisnahe Ausschussarbeit sein, bei der Kommunen aber vor allem auch die brandenburgische Wirtschaft massiv eingebunden werden. Nur im regelmäßigen, gemeinsamen Austausch zur unternehmerischen Praxis können konkrete Maßnahmen gegen die immense Bürokratiebelastung entwickelt werden.
Die Erarbeitung von Lösungen ist dringend geboten: Aus einer Mitgliederumfrage des Bauindustrieverbandes Ost geht hervor, dass rund ein Viertel des Gesamtpersonalbestandes im Bauhauptgewerbe in irgendeiner Form mit der Erledigung bürokratischer Aufgaben befasst ist und sich rund ein Drittel seiner Gesamtarbeitszeit ausschließlich damit beschäftigt. Während dieser Zeit steht dieser Teil des Personalbestandes nicht der Wertschöpfung im Unternehmen zur Verfügung. Gerade in kleinen und mittleren Bauunternehmen mit einer relativ dünnen Personaldecke ist das ein massives Problem. Teilweise sind die bürokratischen Hürden, die es bei der Umsetzung von Vorhaben zu überwinden gilt, so hoch, dass Firmen auf geplante Maßnahmen gänzlich verzichten müssen, weil Aufwand und Nutzen in keinerlei vertretbarem Verhältnis stehen. 60 Prozent der Unternehmen verzichteten deswegen bereits auf die Teilnahme an einer Ausschreibung.
Den politisch Verantwortlichen muss klar sein, dass die Baubranche einen Grundpfeiler der brandenburgischen Wirtschaft bildet und entsprechend als solcher auch in der Ausschussarbeit behandelt werden muss. Als Stimme der ostdeutschen Bauindustrie sind wir bereit, Einblicke in die Unternehmenspraxis unserer Mitglieder zu geben.“
Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Potsdam, 17. Januar 2025
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