Einfach-Bauen-Gesetz: Wichtiger Schritt für den Berliner Wohnungsbau
Das Berliner Gesetz für einfaches Bauen (GEB) wird heute in erster Lesung im Abgeordnetenhaus Berlin behandelt. Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) hatte sich bereits im Februar 2026 mit einer Stellungnahme in den Gesetzgebungsprozess eingebracht und begrüßt die Zielsetzung des Senats zur Baukostensenkung und Verfahrensbeschleunigung ausdrücklich. BIVO-Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Momberg erklärt:
„Besonders die vorgesehenen Erleichterungen beim Bauen im Bestand, bei Dachgeschossausbauten und Aufstockungen können wichtige Potenziale für zusätzlichen Wohnraum in der Hauptstadt freisetzen. Gerade im innerstädtischen Bereich liegen hier erhebliche Chancen, ungenutzte Dachräume auszubauen, bestehende Gebäude aufzustocken und bislang anders genutzte Flächen in Wohnraum umzuwandeln. Positiv bewerten wir zudem den Wegfall einzelner kostenintensiver Anforderungen, etwa der Pflicht zur Herstellung separater Abstellräume für jede Wohnung.
Dennoch bleibt der Entwurf an mehreren Stellen hinter seinem Anspruch zurück. So braucht es im weiteren parlamentarischen Verfahren klarere Vollzugshinweise beim Brandschutz, bei Rettungswegen und der Barrierefreiheit, sowie einen stärkeren Blick auf weitere genehmigungsrelevante Schnittstellen wie den Artenschutz, um unterschiedliche Auslegungen der neu geschaffenen Regelungen zu vermeiden. Zusätzlich bedarf es einer konsequenten Beschleunigung der Genehmigungsverfahren. Gerade bei Bestandsgebäuden entscheidet die Frage des zweiten Rettungswegs häufig darüber, ob zusätzlicher Wohnraum überhaupt geschaffen werden kann.
Das Einfach-Bauen-Gesetz ist ein wichtiger Baustein für mehr Wohnungsbau in Berlin. Gerade im Vorfeld der kommenden Wahl sollte es zügig und mit klarer Ausrichtung auf Praxistauglichkeit, Planungssicherheit und Kostensenkung verabschiedet werden. Die Bauwirtschaft steht bereit, diesen Prozess konstruktiv zu begleiten.“
Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Potsdam, 21. Mai 2026
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