Ostdeutsche Baukonjunktur: Kaum Aufschwung
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das ostdeutsche Bauhauptgewerbe bei der Umsatzentwicklung im Vorjahresvergleich ein insgesamt rückläufiges Ergebnis, während der Auftragseingang nominal und real Zuwachs verzeichnete. „Am Beginn des Jahres 2026 erlitt die Bautätigkeit einen witterungsbedingten Dämpfer und auch der Auftragseingang zeigte noch keine durchweg positiven Signale für die baukonjunkturelle Entwicklung der nächsten Monate“, erklärte Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. (BIVO) nach Bekanntgabe der Märzergebnisse im Bauhauptgewerbe für Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten durch das Statistische Bundesamt.
Auftragseingang: Nachfrage nach Bauleistungen steigt im Vorjahresvergleich real leicht an
Im ersten Quartal 2026 verzeichnete das ostdeutsche Bauhauptgewerbe ein Gesamtauftragsvolumen von 5,5 Mrd. Euro, was einem nominalen Anstieg von 4,5 Prozent und einem realen Anstieg von 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Besonders stark war der Zuwachs im Wohnungsbau mit nominal 16,9 Prozent auf 864,9 Mio. Euro. Auch der Öffentliche Bau legte zu. Seine Aufträge stiegen um nominal 15,8 Prozent auf knapp 2,3 Mrd. Euro, wozu der Straßenbau mit einem Wachstum von 4,9 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro beitrug. Im Wirtschaftsbau hingegen verringerte sich der Auftragseingang nominal um 7,4 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro. Zum Quartalsergebnis sagte Momberg, dass sich „mit Blick auf die momentane deutlich negative Entwicklung im volumenstarken Wirtschaftsbau bisher noch keine durchgreifende Belebung der Baukonjunktur abzeichnet“.
Umsatz: Erlöse der Unternehmen gehen zurück
Die Umsätze im ostdeutschen Bauhauptgewerbe sind im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Insgesamt erzielten die Unternehmen Erlöse von 3,8 Mrd. Euro. Das entspricht einem nominalen Rückgang von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, preisbereinigt lag das Minus sogar bei 9,6 Prozent. Der Wirtschaftsbau verzeichnete mit 1,9 Mrd. Euro ein nominales Ergebnis, das 0,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau lag. Im Öffentlichen Bau wurden Umsätze in Höhe von 1,2 Mrd. Euro erzielt, was einem nominalen Minus von 3,9 Prozent entsprach. Dabei verringerten sich die Umsätze im Straßenbau um 6,0 Prozent auf 450,6 Mio. Euro. Am deutlichsten brach der Umsatz im Wohnungsbau ein. Mit 646,1 Mio. Euro lagen die Umsätze hier nominal um 20,0 Prozent unter denen des Vorjahres. „Witterungsbedingte Ausfälle führten zwar zu Verzögerungen der Bautätigkeit, aber auch die bisher eher schwache Nachfragedynamik hatte Auswirkungen auf das schlechte Umsatzresultat“, erklärte Momberg abschließend.
Verbandsgebiet Ergebnisse 1. Quartal 2026
Berlin
• Gesamtauftragseingang steigt spürbar
• Gesamtumsatz bricht ein
• Zahl der Beschäftigten leicht rückläufig (-0,6%)
Das Berliner Bauhauptgewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2026 ein deutliches Auftragsplus. Das Gesamtvolumen der Auftragseingänge erreichte 1,1 Mrd. Euro und übertraf den Vorjahreswert nominal um 26,6 Prozent sowie preisbereinigt um 21,9 Prozent. Am dynamischsten entwickelte sich der Öffentliche Bau, dessen Auftragseingang von 256,7 Mio. Euro den Vorjahreswert um 30,2 Prozent übertraf. Innerhalb dieses Bereichs sank das Auftragsvolumen im Straßenbau um 12,7 Prozent auf 71,8 Mio. Euro. Der Wohnungsbau legte kräftig zu, wobei sich die Bestellungen auf 459,2 Mio. Euro summierten, was einem nominalen Anstieg von 26,8 Prozent entsprach. Der Wirtschaftsbau erreichte ein Auftragsvolumen von 419,0 Mio. Euro und lag nominal um 24,2 Prozent über dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums.
Im ersten Quartal 2026 erzielte das Bauhauptgewerbe einen Gesamtumsatz von 723,2 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutete dies einen nominalen Rückgang um 19,9 Prozent sowie preisbereinigt um 24,6 Prozent. Den stärksten nominalen Umsatzeinbruch verzeichnete der Wirtschaftsbau, dessen Erlöse sich auf knapp 242,2 Mio. Euro beliefen, was einen Rückgang von 26,0 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2025 darstellte. Im Wohnungsbau sank der Umsatz nominal um 17,6 Prozent auf 300,7 Mio. Euro. Der Öffentliche Bau brach ebenfalls ein. Hier verfehlten die Einnahmen in Höhe von 180,4 Mio. Euro das Vorjahresergebnis nominal um 14,5 Prozent. Im Straßenbau gingen die Umsätze nominal um 16,6 Prozent auf 50,7 Mio. Euro zurück.
Brandenburg
• Gesamtauftragseingang geht deutlich zurück
• Gesamtumsatz mit starkem Zuwachs
• Zahl der Beschäftigten steigt an (+2,1 %)
Im ersten Quartal 2026 erreichte der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe Brandenburgs ein Gesamtvolumen von 959,8 Mio. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach dies einem nominalen Rückgang von 15,3 Prozent sowie preisbereinigt von 20,7 Prozent. Den höchsten Nachfrageeinbruch verzeichnete der Wirtschaftsbau, dessen Auftragseingänge sich auf 442,4 Mio. Euro beliefen, was ein Minus von 23,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutete. Auch der Öffentliche Bau vermeldete eine starke Abnahme der Order, da das Ergebnis mit einem Auftragsvolumen von 376,8 Mio. Euro nominal um 17,4 Prozent unter dem Vergleichswert von 2025 lag. Der Straßenbau verzeichnete mit 155,6 Mio. Euro eine Auftragsabnahme im Nominalwert von 37,5 Prozent. Der Wohnungsbau zeigte dagegen eine sehr positive Entwicklung, wobei das Ordervolumen nominal um 37,6 Prozent auf 140,6 Mio. Euro stieg.
Im ersten Quartal 2026 erzielte das Bauhauptgewerbe Umsatzerlöse in Höhe von 866,6 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem nominalen Zuwachs von 31,7 Prozent, während das Plus preisbereinigt 26,3 Prozent betrug. Besonders deutlich war das Wachstum im Wirtschaftsbau, dessen Umsätze sich nominal um 65,1 Prozent auf 521,1 Mio. Euro erhöhten. Der Öffentliche Bau entwickelte sich ebenfalls positiv, da die Erlöse um 31,7 Prozent auf 240,9 Mio. Euro stiegen. Innerhalb dieses Bereichs verzeichnete der Straßenbau allerdings einen Umsatzrückgang von 7,5 Prozent auf 85,9 Mio. Euro. Auch im Wohnungsbau zeigte sich eine rückläufige Entwicklung, wobei das Vorjahresergebnis mit einem Umsatz von 104,6 Mio. Euro nominal um 34,4 Prozent verfehlt wurde.
Sachsen
• Auftragseingang spürbar gesunken
• Gesamtumsatz deutlich zurückgegangen
• Zahl der Beschäftigten mit leichtem Zuwachs (+0,6 %)
Das sächsische Bauhauptgewerbe verzeichnete im ersten Quartal 2026 Auftragseingänge von 1,6 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem nominalen Rückgang von 10,6 Prozent, preisbereinigt von 13,4 Prozent. Ausschlaggebend für das negative Gesamtergebnis war vor allem der deutliche Nachfrageeinbruch im Wirtschaftsbau. Der Bestellwert sank hier nominal um 25,9 Prozent auf 713,9 Mio. Euro. Auch der Wohnungsbau entwickelte sich schwach. Bis März 2026 belief sich das Auftragsvolumen auf 121,6 Mio. Euro und lag damit nominal um 8,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Deutlich besser verlief die Entwicklung im Öffentlichen Bau. Mit einem Auftragswert von 792,7 Mio. Euro wurde das Vorjahresergebnis nominal um 9,5 Prozent übertroffen. Der Straßenbau blieb dagegen mit 403,7 Mio. Euro leicht unter dem Vergleichswert von 2025 (-2,0 %).
Der Gesamtumsatz des Bauhauptgewerbes belief sich im ersten Quartal 2026 auf knapp 1,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach das einem nominalen Rückgang von 10,9 Prozent, real von 13,7 Prozent. Die Bautätigkeit ging in allen Segmenten zurück. Die stärksten Umsatzeinbußen verzeichnete der Wirtschaftsbau. Die Erlöse beliefen sich auf 616,4 Mio. Euro und lagen damit nominal um 12,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Wohnungsbau verringerte sich der Umsatz nominal um 9,6 Prozent auf 112,1 Mio. Euro. Auch der Öffentliche Bau entwickelte sich rückläufig. Die Umsätze sanken nominal um 8,4 Prozent auf 343,9 Mio. Euro. Dabei gingen die Umsätze im Straßenbau nominal um 6,6 Prozent auf 126,0 Mio. Euro zurück.
Sachsen-Anhalt
• Auftragseingang steigt spürbar an
• Gesamtumsatz verfehlt das Vorjahresniveau
• Zahl der Beschäftigten rückläufig (-1,6 %)
Im Bauhauptgewerbe von Sachsen-Anhalt belief sich der Gesamtauftragseingang im ersten Quartal 2026 auf 770,5 Mio. Euro, was im Vorjahresvergleich einem nominalen, d. h. nicht preisbereinigten Zuwachs von 31,4 Prozent entsprach, preisbereinigt von 27,2 Prozent. Die insgesamt ausgesprochen positive Entwicklung beruhte auf Nachfragesteigerungen in allen Segmenten. Am stärksten waren diese im Öffentlichen Bau. Der Auftragswert erreichte hier 286,8 Mio. Euro und damit ein nominal um 37,5 Prozent besseres Ergebnis als im Jahr zuvor. Dabei stiegen die Order im Straßenbau um 35,9 Prozent auf 163,6 Mio. Euro. Ein Ergebnis ebenfalls deutlich über dem des Vorjahres verzeichnete der Wirtschaftsbau. Der Auftragseingang wuchs hier nominal um 28,5 Prozent auf 427,2 Mio. Euro. Der Wohnungsbau erlebte im Vorjahresvergleich auch einen Nachfrageschub. Mit einem Volumen von 56,5 Mio. Euro er das Ergebnis von 2025 nominal um 24,7 Prozent.
Die Umsatzerlöse betrugen im ersten Vierteljahr 2026 insgesamt 489,4 Mio. Euro. Sie fielen damit nominal 3,5 Prozent niedriger aus als 2025. Preisbereinigt wurde das Vorjahresergebnis um 7,7 Prozent verfehlt. Im Öffentlichen Bau verzeichnete der Umsatz mit einer Höhe von 177,4 Mio. Euro nominal den geringsten Rückgang (-2,7 %). Dabei bezifferte sich das Umsatzvolumen im Straßenbau auf 87,5 Mio. Euro. Es lag damit nominal 10,5 Prozent über dem des Vorjahres. Im Wirtschaftsbau verringerten sich die Erlöse der Bauunternehmen um nominal 3,2 Prozent auf 266,5 Mio. Euro. Den stärksten Einbruch erlebte der Wohnungsbau. Mit einem Umsatz in Höhe von knapp 45,5 Mio. Euro wurde der ohnehin niedrige Vergleichswert von 2025 nominal um 8,2 Prozent unterschritten.
Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Potsdam, 22. Mai 2026
Zum Download: