3 Fragen an ...
Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Copyright: Rayk Werber
1. Vom Wirtschaftsressort zur Staatskanzlei: Was ist Ihr wirtschaftspolitischer Kompass als Ministerpräsident – und was hat sich gegenüber Ihrer Zeit als Wirtschaftsminister verändert?
Sven Schulze: Durch meinen Wechsel in das Amt des Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt ist Wirtschaftspolitik jetzt in der Staatskanzlei. Und das bedeutet: Ich kann die wirtschaftliche Entwicklung unter Einbeziehung aller Ressorts voranbringen. Ansiedlung neuer Betriebe, Modernisierung der Landwirtschaft, Bildung und Ausbildung in enger Verzahnung mit den Unternehmen, Entbürokratisierung und die Beschleunigung von Genehmigungsverfahren, Forschung und Wissenschaft, die uns hier in Sachsen-Anhalt hilft. All das muss ineinandergreifen.
2. Wofür soll Sachsen-Anhalt als Wirtschaftsstandort künftig stehen – und was muss sich konkret ändern, damit dieses Standortversprechen für Unternehmen im Alltag wirklich spürbar und verlässlich wird?
Sven Schulze: Ich führe meine Agenda als Wirtschaftsminister konsequent fort: Bürokratieentlastung, wettbewerbsfähige Energiepreise und Fachkräftesicherung stehen ganz oben. Erfolgreiche Programme wie die Praktikumsprämie oder unsere Fachkräfteoffensive »Sachsen-Anhalt kann’s halt« werden wir vertiefen. Wir sind gut beraten, wenn wir das weiter stärken, was bei uns im Land schon vorhanden ist. Und das sind die Chemie- und die Pharmaindustrie, die Automobilzuliefererindustrie und die Landwirtschaft, Mein Ziel ist, dass unser Sachsen-Anhalt ein guter Standort für Unternehmen aus ganz Europa bleibt. Aber natürlich müssen alle Wirtschaftsbereiche hier im Land gute Perspektiven haben. Durch mehr Kaufkraft bei den Bürgern und verlässliche Rahmenbedingungen der Politik. Deshalb setze ich mich weiter für bezahlbare Energiepreise ein, weil unsere Unternehmen nur so wettbewerbsfähig sind.
3. Was ist aus Ihrer Sicht der wichtigste Schlüssel, damit Sachsen-Anhalt für Fachkräfte attraktiver wird – und welche Stellschrauben wollen Sie dafür nutzen?
Sven Schulze: Der Schlüssel heißt Vertrauen. Fachkräfte kommen dorthin, wo die Zukunft sicher ist. Wir bieten Top-Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen und ein Umfeld, in dem Familien sich wohlfühlen. Der Sachsen-Anhalt-Monitor zeigt, dass die Menschen sich sehr wohl fühlen in unserem Land. Unser Sachsen-Anhalt ist modern, weltoffen, neugierig und entschlossen. Das ist unsere Stärke im Wettbewerb. Und das wollen wir weiter ausbauen.