Bildungswege: Über Umwege die Karriereleiter emporklettern
Alexander Werner (38) ist Prokurist bei der Schieck + Scheffler & Co. GmbH in seiner Heimat Dessau-Roßlau. Der Weg dorthin führte über eine Lehre zum Fliesenleger, dem Absolvieren des Fachabiturs und dem Studium des Bauingenieurwesens im knapp 500 km entfernten München. Wie er wieder in die Heimat fand und unternehmerische Verantwortung übernahm, berichtet er im Interview für die Verbandszeitschrift „Bau im Blick“.
Diesen und viele weitere spannende Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2022 der "Bau im Blick".
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Herr Werner, Münchener Oktoberfest oder Dessauer Stadtfest – was ist besser?
Alexander Werner: (lacht) Das hat sicher beides seinen Reiz. Auch wenn die Festwochen in München sehr imposant sind, möchte ich die Gemeinschaft in meiner Heimat Dessau nicht missen. Das war auch einer der Gründe, warum ich seit knapp drei Jahren wieder in Sachsen-Anhalt lebe und arbeite.
Bevor wir über die Rückkehr sprechen, müssen Sie uns von Ihrem Weg nach München berichten. Wie kam es dazu?
Alexander Werner: Nachdem ich mit 16 Jahren die Schule verließ, habe ich eine Ausbildung zum Fliesenleger absolviert. Im Nachgang hatte ich das Gefühl, dass ich noch nicht am Ziel angelangt bin. Ich drückte noch einmal die Schulbank, machte mein Fachabitur und wollte die große weite Welt sehen.
Die Großstadt München wurde als neue Heimat auserkoren. Wie erging es Ihnen dort?
Alexander Werner: Die Baubranche war mir nicht fremd, sodass ich begann, in München Bauingenieurwesen zu studieren. Nach viel Theorie kam nach fünf Semestern die Praxis hinzu – ich hatte in einem Münchener Unternehmen die Chance, über ein Praktikum die Arbeit eines Bauleiters kennenzulernen. Die Chemie hat gestimmt, ich arbeitete neben meinem Studium weiter in der Firma und habe so viele Erfahrungen in der Bauwirtschaft gesammelt.
Das klingt so, als ob Sie den Umzug nach München nicht bereuen.
Alexander Werner: Keineswegs. Es war ein wichtiger Schritt in meinem Leben und ich habe beruflich aber auch im Privaten viel gelernt und mich entwickelt. Auch von Niederlagen im Studium habe ich mich nicht unterkriegen lassen. Ich verließ die Hochschule und habe nach meiner erfolgreich absolvierten Meisterschule als Bauleiter in München gearbeitet.
Gerade in der Bauwirtschaft führen viele Wege die Karriereleiter nach oben.
Alexander Werner: Da haben Sie recht. Wissen aneignen hört auch in der Bauwirtschaft nicht mit Verlassen der Schule oder Universität auf. Die Meisterschule hatte ich nicht umsonst gemacht. Ich wollte Verantwortung als Bauleiter übernehmen und auch Wissen an die nächste Generation weiter geben.
... und das am liebsten in Ihrer Heimat?
Alexander Werner: Ja, das spielte auch eine Rolle. Prinzipiell wollte ich aber auch sesshaft werden, ein Haus bauen und eine Familie gründen. Zufällig wurde ein Baugrundstück in der Nähe meiner Eltern frei und ich habe die Gelegenheit beim Schopf gepackt. Die Arbeitswoche in Bayern und der private Hausbau am Wochenende in Dessau ließen sich aber nicht lange vereinbaren – eine Veränderung musste her.
Wie lockte man einen Münchener Bauleiter zurück nach Sachsen-Anhalt? Ich glaube viele Mitgliedsunternehmen hätten gern diese Zauberformel.
Alexander Werner: (lacht) Mit Andreas Scheffler habe ich viele Gespräche vor der Anstellung geführt. Ich wollte zurück in die Heimat, brauchte aber auch eine berufliche Perspektive. Das Bauen für die Heimat, Aufstiegschancen innerhalb des Unternehmens mit Personalverantwortung und ein vertrauensvolles Verhältnis zur Chefetage waren für mich die ausschlaggebenden Punkte.
2019 sind Sie in das Unternehmen eingestiegen und vom Bauleiter über den technischen Leiter zum Prokuristen aufgestiegen. Was unterscheidet die Arbeit in Dessau zu der in München?
Alexander Werner: In Dessau verläuft alles auf einer eher persönlichen Ebene. In einer Kleinstadt kennt man sich. So baut man zu Auftraggebern über Jahre auch ein anderes Verhältnis auf als in München. Dort ist man als Unternehmen eines unter vielen. Gerade die rechtliche Absicherung der Bautätigkeit spielt aufgrund der distanzierten Zusammenarbeit in der Großstadt eine ganz andere Rolle.
... ist das positiv oder negativ zu verstehen?
Alexander Werner: Weder noch. Ich denke ich profitiere von beiden Arbeitswelten, kann Aspekte aus München bei der Arbeit in Dessau einbringen aber auch viel für mich vom persönlichen Umgang bei der Schieck +Scheffler & Co. GmbH in Dessau mitnehmen.
Sind Sie nun am Ziel angelangt oder steht noch etwas auf der To-do-Liste?
Alexander Werner: Mit nicht einmal 40 Jahren bin ich noch relativ jung. Das Baugeschäft wird sich auch in den kommenden Dekaden wandeln und als Unternehmen müssen wir uns darauf einstellen. Die Kommunikation nach außen muss gestärkt werden und digital stattfinden – sei es für potenzielle Bewerber oder auch Auftraggeber. Die Sichtbarkeit des Unternehmens in sozialen Netzwerken bauen wir gerade aus. Ich bin gespannt, wo dort die Reise hingeht.
Wir werden es beobachten. Vielen Dank für das Interview.
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