Berufsschulplanung verschärft Fachkräfteproblem der Bauwirtschaft
Der Vizepräsident des Bauindustrieverbandes Ost e. V. Jörg Muschol äußert sich zum Vorhaben des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus, den Teilschulnetzplan Berufsbildender Schulen in Sachsen trotz massiver Kritik zum 1. August 2021 in Kraft setzen zu wollen:
„Zum Pfingstwochenende veröffentlichte das Kultusministerium den finalen Teilschulnetzplan Berufsbildender Schulen in Sachsen. Für die Bauwirtschaft ergeben sich im Vergleich zum Anhörungsentwurf vom 30. November 2020 keine Änderungen.
Trotz massiver Kritik der Bauwirtschaft fallen weiterhin die Angebote des 1. Lehrjahres im Berufsbereich Bautechnik an den vier Berufsschulzentren in Reichenbach, Böhlen, Radebeul-Meißen und Freiberg weg. Gerade der flächendeckende Erhalt von Ausbildungsangeboten ist jedoch zwingend notwendig, um auch in Zukunft Fach- und Führungskräfte für die heimische Bauwirtschaft zu gewinnen.
Lange Fahrtwege, die aufgrund von fehlender Mobilität und eingeschränkter ÖPNV-Taktung nur schwer zu bewältigen sind, mindern die Attraktivität der gesamten Baubranche massiv. Das haben auch die Landkreise erkannt und kritisierten in einem langwierigen Anhörungsprozess die Pläne des Kultusministeriums – die Landkreise Mittelsachsen und Bautzen versagten ihr Einvernehmen komplett. Auch im Sächsischen Landtag wurde in der kürzlich geführten Plenumsdebatte Kritik geäußert und ein Moratorium zur Überarbeitung des Teilschulnetzplanes gefordert.
Gegen das nun geplante Ersetzen des Einvernehmens der Gebietskörperschaften durch das Kultusministerium kündigten die Landkreise bereits rechtliche Schritte an.
Wir fordern Kultusminister Christian Piwarz auf, angesichts der undurchsichtigen Lage die Teilschulnetzplanung kurz vor Lehrjahresbeginn im August 2021 nicht in Kraft zu setzen.“
Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
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