Nahost-Konflikt treibt Baukosten: Ohne Stoffpreisgleitklauseln droht Investitionsstau
Steigende Baustoffpreise und unsichere Lieferketten infolge des Nahost-Konflikts setzen Bauprojekte zunehmend unter Druck. Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) fordert deshalb eine schnelle Wiedereinführung von Stoffpreisgleitklauseln, um die Umsetzung öffentlicher Investitionen – insbesondere im Rahmen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes – zu sichern. Hierzu äußert sich BIVO-Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Momberg:
„Die Auswirkungen des Nahost-Krieges sind längst auf den Baustellen angekommen. Unternehmen werden täglich mit Preisaufkündigungen, sprunghaften Kostensteigerungen und unsicheren Lieferketten konfrontiert. Für viele Projekte fehlt damit die wirtschaftliche Grundlage – die Kalkulation wird zum Risiko.
Das hat unmittelbare Folgen: Bauvorhaben geraten ins Stocken, Ausschreibungen bleiben ohne Angebote oder werden deutlich teurer. Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, droht ein faktischer Stillstand bei wichtigen Infrastrukturprojekten – trotz bereitstehender Mittel, wie etwa aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität des Bundes.
Jetzt sind die Länder gefordert zu handeln. Sie müssen schnell klare und einheitliche Rahmenbedingungen schaffen und die Anwendung von Stoffpreisgleitklauseln im öffentlichen Bau wieder ermöglichen – auch für laufende Vergabeverfahren und bestehende Verträge. Nur so kann Planungssicherheit zurückgewonnen werden.
Es geht darum, außergewöhnliche Preisentwicklungen fair zu verteilen und die Angebotsbereitschaft der Unternehmen zu sichern. Wenn die Länder hier nicht zügig gegensteuern, droht, dass zentrale Infrastrukturprojekte erheblich verzögert oder gar nicht zur Umsetzung gelangen werden.“
Der Bauindustrieverband Ost e. V. (BIVO) vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Potsdam, 15. April 2026
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