Deutscher Meister am Baugerätesimulator
„Unsere Ausbildung macht Dich zum Deutschen Meister!“ – mit diesem Slogan kann das sächsische Mitgliedsunternehmen STB Straßen- und Tiefbau GmbH See nun voller Stolz neue Lehrlinge werben. Warum? Azubi Ben Strauch gewann den ersten bundesweiten Wettbewerb am Baugerätesimulator und blickt für die „Bau im Blick“ gemeinsam mit seinem Ausbilder für Baumaschinentechnik im ÜAZ Glauchau Silko Engelhardt auf den Azubi-Cup zurück und berichtet von der Digitalisierung seines Lehrberufs.
Diesen und viele weitere spannende Artikel finden Sie in der Ausgabe 01/2023 der "Bau im Blick".
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Ben, herzlichen Glückwunsch! Wie fühlt es sich an, Deutscher Meister zu sein?
Ben: Ich freue mich, kann es aber immer noch nicht so recht glauben. Die Konkurrenz war bei der Deutschen Meisterschaft in Willingen aber auch beim Regionalausscheid und dem Leistungsvergleich hier im ÜAZ Glauchau sehr groß. Dass ich mich durchgesetzt habe, macht mich schon sehr stolz.
Nimm uns einmal mit. Wie bist du auf‘s Treppchen gekommen und was waren die Aufgaben?
Ben: Es gab einen Theorie- und einen Praxisteil. Bei der Theorie hatte ich gut vorgelegt: Ich war der Einzige, der die volle Punktzahl erreichte. Bei der Praxis zählte Geschwindigkeit und Genauigkeit. So mussten wir einen Parcours durchfahren, Lasten mit einem Teleskoplader transportieren und virtuelle Kegel auf Hölzern umstoßen. Am Ende hat es für den ersten Platz gereicht.
Herr Engelhardt, wie stolz ist man da als „Jogi Löw der angehenden Baugeräteführer“?
Silko Engelhardt (lacht): Da kann das ganze ÜAZ Glauchau stolz sein. Der Titel beweist, dass wir einiges richtig machen in der Lehre. Die Baumaschinensimulatoren sind wirklich eine tolle Sache und motivieren die Jugendlichen, in der Ausbildung besser zu werden. Meisterschaften wecken dann noch einmal gesondert den Ehrgeiz.
... das glaube ich. Wie werden die Simulatoren in die Ausbildung integriert?
Silko Engelhardt: Man kann im Prinzip mit der richtigen Software jede Arbeit an den wichtigsten Erdbaumaschinen nachstellen. Der Simulator wechselt dabei mit wenigen Klicks vom Bagger über einen Radlader oder eine Raupe bis zu den verschiedensten Kranarten. Wirklich eine tolle Ergänzung zur praktischen Arbeit mit richtigen Maschinen.
Ergänzung, okay ... Aber warum nicht gleich an die richtigen Maschinen?
Silko Engelhardt: Das Training der Grundfertigkeiten sollte an den Simulatoren beginnen. Später geht’s auf die echten Maschinen. Die Simulatoren haben den Vorteil, dass sich die Azubis im ersten Lehrjahr angstfrei an die Maschinen trauen und lernen, was passiert, wenn man Joysticks in bestimmte Richtungen bewegt. So hat man bereits virtuell das Erfolgserlebnis, wenn man einen Graben ausgehoben oder einen LKW beladen hat. Zudem ist Arbeitssicherheit ein wichtiger Punkt: Gibt mir der Simulator eine Sicherheitsverletzung mit umgedrehter Maschine oder Personenschaden aus, erlebt man den Schadenshergang sehr reell. Anschließend drücke ich aber auf Neustart. In der Praxis kann die vermeintlich witzige Situation schnell bitterer Ernst werden. Außerdem können wir auch bei sehr ungünstiger Witterung wie Bodenfrost trotzdem ausbilden. Schlussendlich sind für den Bau Bildung Sachsen e. V. Simulatoren trotz hoher Anschaffungskosten in Betrieb und Wartung günstiger als jede echte Baumaschine.
Bei all dem Positiven: Merkt man dennoch einen Unterschied zwischen Simulator und Maschine auf der Baustelle?
Ben: Ja, das merkt man schon. Es ist auch wichtig, von den ersten Versuchen am Simulator zur praktischen Arbeit an den richtigen Maschinen zu kommen. Bei meinem Ausbildungsbetrieb STB See konnte ich mich auch früh ausprobieren.
Silko Engelhardt: Da hat er recht. Ein Bagger ist noch etwas feinfühliger und man bekommt direkter eine Antwort, wenn man beispielsweise mit der Schaufel wogegen stößt.
Blicken wir in die Zukunft: Läuft bereits die Mission Titelverteidigung?
Ben: Ich verkürze meine Ausbildung und habe zeitnah meinen Gesellenbrief in der Tasche. Zudem sind bei der Meisterschaft leider nur Lehrlinge im zweiten Ausbildungsjahr zugelassen. Das muss ein anderer Azubi im ÜAZ Glauchau übernehmen.
Silko Engelhardt: Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) hat als Veranstalter schon durchblicken lassen, dass es wahrscheinlich eine Fortführung des Azubi-Cups geben wird. Das ÜAZ Glauchau wird sicher wieder vertreten sein, um den Pokal erneut nach Sachsen zu holen. Einen Simulator nehmen wir außerdem regelmäßig mit auf Bildungsmessen.
Die Resonanz ist dabei sehr gut – jeder will sich am Simulator ausprobieren. Für Nachwuchs scheint also gesorgt. (lacht)
Viel Erfolg bei der Ausbildung an den Baugerätesimulatoren und herzlichen Dank für das Interview!
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Bau Bildung Sachsen e. V. - ÜAZ Glauchau
Lungwitzer Straße 52
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