Qualität vor Formularen: Bauindustrie begrüßt Brandenburger Vorstoß zum Best-Bieter-Prinzip
Der Brandenburgische Wirtschaftsminister Daniel Keller informierte heute in der Sitzung des Sonderausschusses Bürokratieabbau des Landtages Brandenburg über die geplante Einführung des sogenannten Best-Bieter-Prinzips. Dr. Robert Momberg, Hauptgeschäftsführer des Bauindustrieverbandes Ost e. V. (BIVO), zeigt sich erfreut über die wirtschaftspolitische Initiative:
„Die Bauindustrie in Ostdeutschland fordert das Best-Bieter-Prinzip seit langem. Deshalb begrüßen wir ausdrücklich, dass Brandenburg diesen Schritt nun gehen will. Es ist ein wichtiges Signal für mehr Praxisnähe im Vergaberecht und ein echter Beitrag zum Bürokratieabbau. Wenn künftig nur noch der Bieter, der den Zuschlag erhalten soll, seine Eignungsnachweise vollständig vorlegen muss, werden Unternehmen spürbar entlastet – gerade in einer Branche, in der Kapazitäten effizient eingesetzt werden müssen.
Für unsere Unternehmen bedeutet das: kein unnötiger Aufwand mehr für umfangreiche Eignungsnachweise bei jeder Angebotsabgabe. Das spart Zeit und Kosten in der Angebotsphase und schont personelle Ressourcen, die bislang für Angebote gebunden waren, die am Ende nicht berücksichtigt werden. Statt Papierberge zu produzieren, können sich die Bauunternehmen stärker auf Qualität, Wirtschaftlichkeit und eine saubere technische Ausarbeitung ihrer Angebote konzentrieren.
Sachsen-Anhalt war bei der Einführung des Best-Bieter-Prinzips Vorreiter und hat gezeigt, dass Vergabeverfahren deutlich schlanker gestaltet werden können. Brandenburg wagt nun ebenfalls diesen wichtigen Schritt – das begrüßen wir ausdrücklich. Mit Blick auf die Metropolregion Berlin-Brandenburg wäre es folgerichtig, wenn auch Berlin im Zuge der aktuellen Novellierung diesen Weg einschlägt. Eine Orientierung an den Flächenländern würde zur Harmonisierung beitragen und spürbar Bürokratie abbauen – gerade für Firmen in unserer dezentralen Baubranche.“
Der Bauindustrieverband Ost e. V. vertritt die Interessen von 260 Bauunternehmen mit 20.000 Beschäftigten in den Ländern Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt.
Potsdam, 20. Februar 2026
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