Neue Hochschulbibliothek für Mittweida
An der Hochschule Mittweida entsteht unter der Federführung des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), Niederlassung Chemnitz, ein Neubau, der den Kerncampus architektonisch deutlich prägen wird und für die Zukunftsausrichtung von Sachsens größter Hochschule für angewandte Wissenschaften steht. Über ein Auswahlverfahren auf der Grundlage der Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (VgV) wurde als Entwurfsverfasser das Büro Code Unique Architekten GmbH aus Dresden beauftragt.
Der Neubau reagiert auf veränderte Anforderungen an akademisches Arbeiten. Bibliotheken sind heute nicht mehr nur Orte der Aufbewahrung, sondern Lern-, Arbeits- und Begegnungsräume. Für die mehr als 6.300 Studierenden der Hochschule sowie ihre in vielen Disziplinen Lehrenden und Forschenden soll daher ein Gebäude entstehen, das konzentriertes Arbeiten ebenso ermöglicht wie Austausch und gemeinsames Lernen.
Die bisherige Hochschulbibliothek befindet sich gemeinsam mit der Mensa in einem Gebäudekomplex aus dem Jahr 1983 und bietet keine ausreichenden Erweiterungsmöglichkeiten. Der künftige Neubau umfasst ein Kellergeschoss, ein Erdgeschoss und drei Obergeschosse. Im Kellergeschoss wird das Hochschularchiv untergebracht. Das Erdgeschoss erhält unter anderem eine Cafeteria. In den oberen Etagen entstehen Bibliotheksbereiche mit Lesezonen sowie Arbeitsräumen entlang der Fassade. Die Buchbestände werden in den lichtabgewandten Bereichen angeordnet. Auf der Ostseite sind die Büros der Mitarbeitenden vorgesehen, auf dem Dach die Technikzentrale.
Erweiterter Rohbau mit besonderen Anforderungen
WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau Dresden wurde mit dem erweiterten Rohbau beauftragt. Zum Leistungsumfang gehören Stahlbetonarbeiten einschließlich einer größeren Stützmauer im Bereich der Außenanlagen, Spezialtiefbau, der Rückbau einer Trägerbohlenwand, Erdarbeiten, Entwässerungskanalarbeiten und Drainagearbeiten. Hinzu kommen Fundamenterdarbeiten, Stahlbau, Mauer- und Innenputzarbeiten im Brandschutz, Dämmarbeiten, Leerrohrverlegung für elektrische Installationen in Betonbauteilen sowie Betonkernaktivierung.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Untergeschoss. Es wird als wasserundurchlässige Konstruktion mit zusätzlicher bituminöser Abdichtung ausgeführt. Eine vollflächige Schaumglasdämmung in Heißbitumen sowie Anforderungen an Radondichtheit erhöhen den technischen Anspruch der Ausführung. Auch gestalterisch stellt der Neubau hohe Anforderungen an den Rohbau. Rund 800 Quadratmeter Ortbetonwände in Sichtbetonklasse 3 sowie etwa 3.800 Quadratmeter in Sichtbetonklasse 4 mit Brettschalung sind vorgesehen. Bei den Decken kommen unterschiedliche Bauweisen zum Einsatz, darunter Hohlkörperdecken, Verbundträgerdecken und Spannbetondecken. Ab der Erdgeschossdecke wird zudem Betonkernaktivierung integriert.
Bauen im laufenden Hochschulbetrieb
Eine besondere Herausforderung resultiert aus der Lage der Baustelle. Der Neubau entsteht mitten auf dem Campus und damit im laufenden Hochschulbetrieb. Logistik, Baustellenorganisation und Abläufe müssen präzise abgestimmt werden, um den Lehr- und Studienbetrieb möglichst wenig zu beeinträchtigen. Die Arbeiten haben bereits begonnen, die Fertigstellung des erweiterten Rohbaus ist für Dezember 2026 vorgesehen.
Mit dem Projekt stärkt die Hochschule Mittweida ihren Kerncampus und schafft moderne Lernbedingungen für kommende Studierendengenerationen. Für WOLFF & MÜLLER Hoch- und Industriebau Dresden ist der Neubau zugleich ein weiteres anspruchsvolles Bauvorhaben in Sachsen, das technische Präzision, Erfahrung im Rohbau und eine enge Abstimmung mit allen Projektbeteiligten erfordert.
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