Rohrleitungsbau-Großprojekt in Berlin - Jahrhundertinfrastruktur wird modernisiert
Zwischen dem S-Bahnhof Landsberger Allee und der Vulkanstraße entsteht eines der größten Rohrleitungsbauprojekte Berlins. Die bestehenden Trinkwasserhauptleitungen sind von besonderer Bedeutung für die Versorgung der Stadt, da sie rund elf Prozent des täglichen Berliner Trinkwasserbedarfs transportieren. Drei der vorhandenen Gussleitungen (DN 760, DN 1000 und DN 1200) stammen aus dem Jahr 1900, eine weitere Leitung (DN 1000) wurde 1935 errichtet. Nach mehr als einem Jahrhundert Betriebsdauer machen Materialermüdung und die steigende Verkehrsbelastung eine umfassende Erneuerung erforderlich.
Komplexe Bauabläufe im urbanen Umfeld
Die Landsberger Allee zählt mit täglich rund 50.000 Fahrzeugen zu den wichtigsten Magistralen Berlins. Die Bauarbeiten müssen daher unter anspruchsvollen innerstädtischen Bedingungen bei gleichzeitig laufendem Verkehr durchgeführt werden. Als alleiniger Hauptauftragnehmer verantwortet die STRABAG AG die Umsetzung dieses Großprojekts für die Berliner Wasserbetriebe.
Eine besondere Herausforderung stellt die Vielzahl vorhandener Ver- und Entsorgungsleitungen im Baufeld dar. Gleichzeitig müssen Verkehrsströme aufrechterhalten und zahlreiche Bauabschnitte präzise koordiniert werden. Zur Optimierung der Baustellenlogistik wurde ein zusätzliches Materiallager am Zwischenpumpwerk Lichtenberg eingerichtet.
Moderne Verfahren für eine sichere Versorgung
Bei der Umsetzung kommen sowohl offene als auch grabenlose Bauverfahren zum Einsatz. Die bestehende Abwasserdruckleitung DN 1000 wird auf rund 1,4 Kilometern mittels PE-Close-Fit-Verfahren saniert. Ergänzend erfolgt in Teilbereichen ein Langrohrrelining innerhalb bestehender Rohrsysteme.
Um die Termin- und Qualitätssicherung der Baumaßnahme zu gewährleisten, werden moderne Bauverfahren gezielt eingesetzt. Dazu zählt der Einbau von Flüssigboden, der eine effiziente Verfüllung ermöglicht und die Bauabläufe beschleunigt. Zudem werden einzelne Bauabschnitte in Kreuzungsbereichen im gesteuerten Rohrvortrieb mittels Teilschnittverfahrens hergestellt. Dadurch können Eingriffe in den Verkehrsraum reduziert und bestehende Infrastrukturen weitgehend geschont werden.
Im Anschluss an die Verlegung werden die neuen Trinkwasserhauptleitungen abschnittsweise eingebunden und an das Berliner Versorgungsnetz angeschlossen. Dies erfordert eine, umfangreiche Dokumentation sowie eine enge Abstimmung und Koordination aller Projektbeteiligten.
Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für Ende 2029 vorgesehen. Mit Abschluss des Projekts wird eine der wichtigsten Wassertransportachsen der Hauptstadt langfristig gesichert und für zukünftige Anforderungen gerüstet.
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