Martina Fischer

Fairer Umgang bei öffentlichen Bauvorhaben

  • 19. VOB-Tagung in Leipzig
  • Verbandspräsident Wolfgang Finck wirbt für partnerschaftlichen Umgang bei öffentlichen Bauvorhaben

Der Bauindustrieverband Ost e. V. stellt auf seiner heutigen VOB-Tagung in Leipzig das partnerschaftliche Miteinander zwischen öffentlicher Hand und Bauunternehmen bei der Realisierung von Bauprojekten in den Fokus.

Gerade vor diesem Hintergrund betont Verbandspräsident Wolfgang Finck, dass es für immer mehr Unternehmen zum Ärgernis werde, wenn Ausschreibungen aufgehoben werden mit der Begründung, dass der Angebotspreis über der Kostenschätzung liege. „Die Ursache liegt jedoch nicht in überhöhten Angebotspreisen. Der Grund ist häufig vielmehr in veralteten und unrealistischen Kostenschätzungen auf Auftraggeberseite zu suchen“, so Finck.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Kalkulation von Angeboten sowohl zeitlich als auch personell sehr aufwendig ist, sei diese Entwicklung aus Unternehmersicht untragbar. „Eine realistische Kostenkalkulation ist für ein erfolgreiches Bauprojekt ebenso eine Grundvoraussetzung wie eine gewissenhafte Planung“, so Finck.

Finck erklärt weiterhin, dass ein Großteil der bestehenden Konflikte auf einer mangelhaften Kommunikation zwischen Bauherren und Auftragnehmer beruhe. Um die Zusammenarbeit vor allem bei öffentlichen Bauvorhaben wieder zu verbessern, seien aus Sicht des Verbandes drei Dinge nötig, die unter der Überschrift „Partnering“ zusammengefasst werden können:

„Erstens muss das Personal in den Bauverwaltungen qualifiziert sein, auch komplexe Vergaben zu realisieren und zu begleiten. Zweitens müssen Absprachen und getroffene Entscheidungen wieder verlässlich werden. Ständige Planänderungen während des Baufortschritts führen zu Bauverzögerungen und Kostensteigerungen. Und drittens müssen Entscheidungsspielräume wieder genutzt werden. Das heißt, dass die Bauverwaltung ihre Bauherrenkompetenz wieder wahrnimmt und in die Lage versetzt wird, verbindliche und verlässliche Entscheidungen zu treffen“, so Finck abschließend.


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