Screenshot of Music Academy

Daniel Anger

Referent für Politik und Bildung
+49 391 53221-14 |

Bildungswege: Student wird Straßenbauer

Hannes Spitzer (20) verließ den Hörsaal in Dresden und startete in diesem Jahr bei der STRABAG eine duale Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter mit Schwerpunkt Straßenbau. Warum das kein Rückschritt war und was das Besondere der dualen Ausbildung ist, berichtet er in der aktuellen Bau im Blick.

Studium abgebrochen und rein in die Ausbildung – wie ist das gekommen?

Schon nach wenigen Monaten im Studium habe ich gemerkt, dass mir die Praxisnähe fehlt. Eine duale Ausbildung schien mir die richtige Alternative zu sein.

... und warum ist es dann die Bauindustrie geworden?

Am Ende des Tages möchte ich sehen, was ich geschafft habe. Die Bauwirtschaft und insbesondere der Straßenbau bieten dafür ideale Bedingungen. Es geht nicht nur um den Bau und Sanierung von Straßen, Fuß- und Radwegen. Auch der Untergrund mit der Einrichtung von Schmutz- und Abwasserschächten oder auch Anschlüssen von Einfamilienhäusern gehören dazu. Das Bauwesen ist zuständig für die Infrastruktur, die wir tagtäglich nutzen. Teil davon zu sein, hat mich sehr gereizt.

Klingt nach den perfekten Worten fürs Vorstellungsgespräch bei der STRABAG. Wie kam der Kontakt zustande?

Ich habe online die Ausschreibung für den Ausbildungsplatz bei der STRABAG gesehen. Während eines zweimonatigen Praktikums habe ich dann Einblicke in den Berufsalltag bekommen. Im Anschluss haben wir Erwartungen abgeglichen und den Ausbildungsvertrag
unterschrieben.

Was ist seitdem passiert? Vermisst Du vielleicht doch das Studium?

Im Sommer 2019 habe ich die Ausbildung begonnen und wechsele seitdem regelmäßig zwischen Baustelle, Berufsschule und ÜAZ. Im ersten Lehrjahr bekommen wir im ÜAZ einen Überblick zu den Basics im Mauern sowie dem Tief- und Straßenbau, um grundlegende Fertigkeiten zu erlernen. Ein Unterschied zum Studium ist, dass man eine direkte Ansprechperson beim ausbildenden Unternehmen hat. Sollte man in der Berufsschule Probleme haben, kann man Nachhilfe und Förderungen in Anspruch nehmen. Der Weg zum Gesellenbrief wird also gemeinsam gegangen.

Würdest Du es anderen Absolventen und vor allem Abiturienten empfehlen?

Definitiv. Wer praktisch veranlagt ist, Abwechslung mag und gern an der frischen Luft arbeitet, sollte den Schritt gehen. Die Ausbildung in der Bauwirtschaft ist im Vergleich zum Studium kein Rückschritt, da es viele Aufstiegschancen über den Vorarbeiter bis zum Polier und Bauleiter gibt.

Veröffentlicht am:

Zurück

Weitere Artikel